Bambino
Bambino
von Marco Balzano
Kühl, distanziert, gnadenlos und sehr unter die Haut gehend erzählt Marco Balzano die Geschichte Bambinos - eigentlich Mattias- die Geschichte Triests in den 1920ern bis Mitte der 1940er.
Der erste Weltkrieg, der Faschismus, die Herrschaft des Duce, der zweite Weltkrieg, die Nazis und immer dazwischen oder auch mitten drinnen Bambino. Zu Beginn ein Junge der am Sterbebett seiner Mutter erfährt, dass sie gar nicht die seine ist, was ihn so sehr aus der Bahn wirft, dass er diese Leere und Ungewissheit, wer seine wahre Mutter ist, nur mit einer fanatischen und sehr brutalen Suche füllen kann.
Sein Vater, Antifaschist, Uhrmacher und sehr genügsamer aber auch sich selbst gegenüber loyaler Mensch ist Mattia keine Hilfe, im Gegenteil, auch gegen seinen Vater richtet er seinen Hass - wobei er dann der einzige ist, der ihm wirklich etwas bedeutet.
Ein Buch aus dem verzweifelte Gewaltausübung spricht, mal zum eigenen Zweck, mal um zu überleben. So lieblich der Titel und der Spitzname Bambino auch ist, sympathisch wird er nie und genau das ist perfekt für den Stoff. Auch das Balzano nicht wertet, finde ich erwähnenswert.
Loslassen kann man diese Geschichte nicht so schnell.
Beeindruckend und erschütternd - wer sich mit Italien während des Faschismus beschäftigen möchte - unbedingt lesen!!!
von Marco Balzano
Kühl, distanziert, gnadenlos und sehr unter die Haut gehend erzählt Marco Balzano die Geschichte Bambinos - eigentlich Mattias- die Geschichte Triests in den 1920ern bis Mitte der 1940er.
Der erste Weltkrieg, der Faschismus, die Herrschaft des Duce, der zweite Weltkrieg, die Nazis und immer dazwischen oder auch mitten drinnen Bambino. Zu Beginn ein Junge der am Sterbebett seiner Mutter erfährt, dass sie gar nicht die seine ist, was ihn so sehr aus der Bahn wirft, dass er diese Leere und Ungewissheit, wer seine wahre Mutter ist, nur mit einer fanatischen und sehr brutalen Suche füllen kann.
Sein Vater, Antifaschist, Uhrmacher und sehr genügsamer aber auch sich selbst gegenüber loyaler Mensch ist Mattia keine Hilfe, im Gegenteil, auch gegen seinen Vater richtet er seinen Hass - wobei er dann der einzige ist, der ihm wirklich etwas bedeutet.
Ein Buch aus dem verzweifelte Gewaltausübung spricht, mal zum eigenen Zweck, mal um zu überleben. So lieblich der Titel und der Spitzname Bambino auch ist, sympathisch wird er nie und genau das ist perfekt für den Stoff. Auch das Balzano nicht wertet, finde ich erwähnenswert.
Loslassen kann man diese Geschichte nicht so schnell.
Beeindruckend und erschütternd - wer sich mit Italien während des Faschismus beschäftigen möchte - unbedingt lesen!!!
Anja Nußbaum
Bibliographie